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10_Schellerten_Geschichte

Das Wappen des Dorfes Schellerten zeigt auf rotem Grund - nach dem Vorbild des Wappens der Familie von Harlessem - einen schwarzen Treppengiebel und - in Anlehnung an den Schlüssel im Schellerter Kirchensiegel - zwei gekreuzte goldene Schlüssel.
Das Wappen des Dorfes Schellerten zeigt auf rotem Grund - nach dem Vorbild des Wappens der Familie von Harlessem - einen schwarzen Treppengiebel und - in Anlehnung an den Schlüssel im Schellerter Kirchensiegel - zwei gekreuzte goldene Schlüssel.

Schellerten, an der alten West-Ost-Handelsstraße „Hellweg“, der heutigen B1, gelegen, wird erstmals 1212 namentlich erwähnt. Das Lehnverzeichnis Graf Siegfrieds I. von Blankenburg weist zu dieser Zeit ein Haus in „Scelerte“ aus, welches dieser vom Bischof von Hildesheim zu Lehen hat.

Einen Hinweis auf eine wesentlich längere Besiedlung liefert der Ortsname. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung vermutet seinen Ursprung in einem Ackerland oder einer Siedlung, die irgendwie „schief“ wäre, entweder in einem leichten Tal liegt, an einer Krümmung eines Gewässers o.ä. Der Name nimmt also noch auf besondere Landschaftsformen Bezug und weist damit auf eine sprachgeschichtlich frühe Entstehung hin.

Bei den der Erschließung des Baugebietes Schellerten-West vorausgehenden archäologischen Untersuchungen ist 2018 neben einer vermutlich eisenzeitlichen Siedlung und zwei Siedlungsbestattungen ein besonderer Grabhügel nachgewiesen worden: Ein Schlüssellochgrab. Namensgebend ist ein über 20 m umlaufender Graben in Schlüssellochform. […] Derartige Gräber sind ein Phänomen der ausgehenden Bronzezeit und kommen vor allem in Westfalen und dem westlichen Niedersachsen vor. Das Grab aus Schellerten nimmt durch seine enorme Größe und der Lage an der Peripherie des Verbreitungsgebietes eine besondere Stellung ein.

Im 13. und 14. Jahrhundert gelangte viel Land in die Hände von Klöstern und Stiften in und um Hildesheim. 1377 bekam der Kemmer Pfarrer Dietrich von Cramm Güter in Schellerten. Im 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts nennen die Quellen erstmals die Familie von Saldern sowie die Hildesheimer Bürgerfamilien Brandis und von Harlessem als Lehnsempfänger. Das Wappen der Familie von Harlessem, das einen Treppengiebel zeigt, wurde 1947, als sich die noch selbständige Gemeinde Schellerten ein Wappen gab, Vorbild für das neue Ortswappen. In Anlehnung an den Schlüssel im Schellerter Kirchensiegel kamen zwei gekreuzte Schlüssel hinzu. Die Farben Rot und Gold weisen darauf hin, dass Schellerten einst zum Kernland des Hochstifts Hildesheim gehörte.

Sehenswert ist die ev.-luth. St. Petri Kirche mit ihrem mittelalterlichen Turm. Das Kirchenschiff wurde ab 1766 in fünfjähriger Bauzeit errichtet und im Rokoko-Stil ausgestattet. Die Deckenfresken sind ein Werk des Hildesheimer Barockmalers J. G. Winck. Auf dem die Kirche umgebenden alten Friedhof sind Grabdenkmale aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu bewundern. Eine weitere Besonderheit ist der am westlichen Ortseingang stehende Kreuzstein.

Seit 1974 ist die Ortschaft Schellerten Sitz der gleichnamigen, aus zwölf Dörfern bestehenden Einheitsgemeinde. Eine 1986 gebaute Kartoffellagerhalle am nördlichen Ortsrand zeugt von den Veränderungen der heimischen Landwirtschaft. Hatten sich seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts Weizen und mit dem Bau der Ahstedt-Schellerter-Zuckerfabrik Zuckerrüben zu den Hauptanbaufrüchten entwickelt, werden in der Region nun auch vermehrt Kartoffeln angebaut. In den letzten Jahren wächst Schellerten erstmals in seiner Geschichte deutlich in Richtung Westen. Hier siedeln sich Supermärkte an und es entstehen Eigenheime. Kleinere Geschäfte, Handwerks- und Gewerbebetriebe, eine Ärztin, ein Zahnarzt, eine Apotheke, Kinderkrippe und Kindergarten, eine Grundschule sowie ein Seniorenwohnpark befinden sich ebenfalls am Ort.

2014 bekam der alte Zuckerfabrikschornstein eine neue Funktion: ein Storchenpaar baute auf ihm sein Nest und zog dort oben seine Jungen groß.

 

Veranstaltungen in Schellerten:







 

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