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Aufwärmen im kühlen Nass

Na, wann geht es denn endlich los? Mädchen und Jungen warten bei der Freibad-Eröffnung in Garmissen darauf, dass sie endlich ins Wasser dürfen. Foto: Lindinger/Gemeinde Schellerten
Na, wann geht es denn endlich los? Mädchen und Jungen warten bei der Freibad-Eröffnung in Garmissen darauf, dass sie endlich ins Wasser dürfen. Foto: Lindinger/Gemeinde Schellerten
(Schellerten/tw) Na, wann geht es denn endlich los? Mädchen und Jungen warten bei der Freibad-Eröffnung in Garmissen darauf, dass sie endlich ins Wasser dürfen.. 

Gemäßigtes Bibberwetter, knapp 13 Grad. Keine Bedingungen, um im Freibad abzutauchen? Für gut ein Dutzend Mädchen und Jungen schon – schließlich ist das vermeintlich kühle Nass am Sonnabend gut zehn Grad wärmer als die Luft. So ist eine Reihe von Kindern gekommen, um zur feierlichen Eröffnung des Freibades Garmissen-Garbolzum den ersten Sprung ins Freibad-Becken zu zelebrieren.

Die Vertreter von Rat und Verwaltung, die in ähnlich großer Zahl erschienen sind, bleiben lieber am Beckenrand und essen ein Stück Kuchen. So richtiges Freibad-„Feeling“ will sich im ersten Mai-Drittel nun doch noch nicht einstellen. Doch der Sommer kommt manchmal plötzlich. Und so sind im Landkreis Hildesheim schon einige Freibäder geöffnet. Vor allem natürlich die Beheizten.

Einige weitere starten in der zweiten Maihälfte. Die Ratsfraktionen der Gemeinde Schellerten wollen ihr Bad in Garmissen behalten. Das demonstrieren sie bei der Eröffnung, wenn auch nicht so gern mit einem eigenen Sprung ins Wasser. Rund 100 000 Euro Zuschuss lässt sich die Gemeinde das Bad pro Jahr kosten, rechnet Bürgermeister Axel Witte vor. Die Tageskarte kostet einen Euro pro Kind, da decken die Einnahmen nicht annähernd die Ausgaben. Doch das Bad soll für kleine und große Bürger weiter ein Stück Lebensqualität vor der Haustür bieten. Deswegen steht es nicht zur Disposition. Gut 25 000 Besucher kommen im Durchschnitt pro Saison. Das Freibad hat sich auch für Gäste aus Nachbargemeinden zu einem Geheimtipp entwickelt – zum Beispiel für Besucher aus Harsum, das zwar ein Hallenbad, aber kein eigenes Freibad hat.

Schwimmmeister Heinz Germershausen, seit fast 30 Jahren in Garmissen dabei, weiß, welche kleinen Vorzüge auch Freibadfans aus anderen Orten anlocken: Das Gelände ist durch hohe Bäume vor Wind geschützt, die Autos stehen auf dem Parkplatz auch bei knalliger Sonne im Schatten. Seit dem Saisonstart teilt sich Germershausen seine Aufgaben in zwei Schichten mit seinem Kollegen Jörg Falk.

Für die beiden hat die Freibad-Saison schon Anfang März mit wochenlanger Vorbereitung begonnen. Bis das Becken erstmals mit Wasser gefüllt ist, muss dieses gut 48 Stunden laufen. „Wir nehmen das Wasser aus dem normalen Leitungsnetz“, erklärt Germershausen. Einige Tage lassen die Schwimmmeister dann der Sonne Zeit, um das noch buchstäblich kühle Nass von rund 11 auf vielleicht 17 Grad aufzuheizen. Dann muss im Endspurt die Heizung ran und die Temperatur auf einen angenehmen Stand von 23 Grad hieven. Auf den Badespaß müssen zurzeit nur die Kleinsten noch ein Weilchen warten. Ihr Becken wird gerade für fast 40 000 Euro saniert. Doch die Gemeinde rechnet deswegen nicht mit großen Protesten – erfahrungsgemäß kommen Familien mit kleinen Kindern erst, wenn es richtig schön warm ist. Und ein Sommerhoch ist noch nicht in Sicht..

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(geänderter) Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors (Thomas Wedig/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

Bild: Na, wann geht es denn endlich los? Mädchen und Jungen warten bei der Freibad-Eröffnung in Garmissen darauf, dass sie endlich ins Wasser dürfen. Foto: Lindinger/Gemeinde Schellerten

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