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Klarinettentöne zum Geburtstag - Gemeinde Schellerten feiert 40-jähriges Bestehen

Festveranstaltung 40 Jahre Gemeinde Schellerten - Musikverein Bettmar
Festveranstaltung 40 Jahre Gemeinde Schellerten - Musikverein Bettmar
(Schellerten/htw) Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche und einem Empfang im vollbesetzten Sitzungssaal des Rathaus hat die Gemeinde Schellerten ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Die Feier wurde vom Jugendmusikzug des Musikvereins Bettmar unter der Leitung von Ingrid Henning mit flotter Blasmusik umrahmt. 

Für Oedelums Ortsbürgermeisterin Ute Günther und dem 15-jährigen Musiker Tobias Rabe gab es zum Geburtstag sogar ein kleines Ständchen. Bürgermeister Axel Witte sprach in seiner Begrüßung von einer „Familienfeier“ der Einheitsgemeinschaft, in der die Einheit und Gemeinschaft aus seiner Sicht vorbildlich gepflegt werde. Die Gemeinde Schellerten ist am 1. März 1974 aus den bis dahin zwölf selbständigen Gemeinden Ahstedt, Bettmar, Dingelbe, Dinklar, Farmsen, Garmissen-Garbolzum, Kemme, Oedelum, Ottbergen, Schellerten Wendhausen und Wöhle gebildet worden.

Die Festrede hielt der Vizepräsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Holles Bürgermeister Klaus Huchthausen zum Thema „Kommunale Selbstverwaltung - eine tragende Säule des demokratischen Staatsaufbaus in Deutschland“. Die Gestaltung in der Gemeinde sei die wohl größte Aufgabe, die in den Ortschaften mit viel Kreativität zu leisten sei. Leider habe sich die Finanzlage der Kommunen als Fundament des Staates durch den Finanzausgleich deutlich verschlechtert.

Die Kommunen würden bei der Verteilung der staatlichen Einnahmen im Verhältnis zu den ihnen übertragenen Aufgaben nicht adäquat beteiligt. Immer mehr Aufgaben seien auf sie verlagert worden, ohne den dafür nötigen finanziellen Ausgleich zu erhalten. Als Beispiel nannte er die Übernahme der Kindergartenpflicht. „Ich erwarte hier etwas mehr Verlässlichkeit“. Das gelte auch für mögliche Fusionen zwischen Kreisen oder Gemeinden. Dieses dürfe nicht nach Gutsherrenart geschehen, sondern auf freiwilliger Basis. „Allheilmittel“, so Huchthausen, seien Fusionen ja auch nicht. Mit Blick in die Zukunft müssten die Kommunen sich aber auch die Frage stellen, was man brauche und was nicht. Da müssten  möglicherweise auch mal unnütze oder unwirtschaftliche Gebäude fallen gelassen werden.

Landrat Reiner Wegner bescheinigte der Gemeinde Schellerten geordnete Verhältnisse und eine stabile Struktur: „Bei Schellerten brauchte ich bisher nie die Kommunalaufsicht zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen einschalten“, stellte er in seinem Grußwort launig vor.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal sprach von einem „stabilen Kellergeschoss“ des Staatsgebildes und die CDU-Bundestagsabgeordnete Ute Bertram appellierte mit einem spaßigen Blick in Richtung der Junggesellschaften: Sie sollten sich mit Blick auf den demografischen Wandel auch mal von den Frauen einfangen lassen.

Die beiden Fraktionsvorsitzenden im Schellerter Rat, Friedhelm Hallmann (SPD) und Martin Ritter (CDU) machten in lockerer Form deutlich, dass sie mit „Brief und Siegel“ bescheinigen könnten, dass die Gemeinde in Schuss sei.

Beim Gottesdienst zuvor hielt Pastor Eckhard Winkelmann aus Garmissen eine beeindruckende Predigt unter dem Motto „Suchet der Stadt Bestes“. Er ging besonders auf das menschliche Miteinander in einer Gemeinde ein. Die Verantwortlichen sollten unabhängig von politischen, religiösen oder weltanschaulichen Ansichten deutlich machen, dass man nur nach vorn kommen kann, wenn Respekt, sozialer Ausgleich und eine Vision von morgen miteinander verbunden werden.

Bild: Der Jugendmusikzug des Musikvereins Bettmar unter der Leitung von Ingrid Henning sorgte bei der Festveranstaltung für den musikalischen Rahmen. Foto: Wiechens

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(geänderter) Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors (Hans-Theo Wiechens/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

 

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