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Aus Klärschlamm wird Erde - Gemeinde Schellerten investiert 770.000 Euro

Erster Spatenstich für die neue Klärschlammvererdungsanlage in  Schellerten (v.l. Generalunternehmer Dr. Holger Papsch, Bürgermeister Axel Witte, Landrat Rainer Wegner; Foto (c) Wiechens)
Erster Spatenstich für die neue Klärschlammvererdungsanlage in Schellerten (v.l. Generalunternehmer Dr. Holger Papsch, Bürgermeister Axel Witte, Landrat Rainer Wegner; Foto (c) Wiechens)
(Schellerten/htw) Dipl.-Ing. Dr. Holger Pabsch, Landrat Reiner Wegner und Bürgermeister Axel Witte (von links) beim 1. Spatenstich zur neuen Klärschlammvererdungsanlage der Gemeinde Schellerten. Im Hintergrund blüht noch der Raps auf dem Feld, wo demnächst die sieben Polder angelegt werden. 

Mit einem Kostenaufwand von 770 000 Euro für reine Baukosten wird südlich der Kläranlage der Gemeinde Schellerten auf einer 7 000 Quadratmeter großen Ackerfläche eine Klärschlammvererdungsanlage im sequentiellem Trockenverfahren gebaut. Sie soll bereits bis Ende August 2013 in Betrieb gehen. Das Gesamtvolumen für Bau und Service in den nächsten Jahren beträgt 1,29 Millionen Euro.

Beim 1. Spatenstich bemerkte Bürgermeister Axel Witte, dass es sich hierbei um eine Investition zum Sparen handele, denn in den ersten vier Jahren werden jährliche Einsparungen von 80 000 Euro im Abwassergebührenhaushalt wartet. Ab dem 5. Jahr sind es dann immer noch 50 000 Euro pro Jahr. Die ipp Service-Gesellschaft des Ingenieursbüros Pabsch&Partner kümmere sich um Planung, Bau und Betreuung dieser Anlage.

Für die Gemeinde, sagte Witte, handele es sich um ein "Rundum-sorglos-Paket" mit einer Laufzeit von neun Jahren. Am Tag zuvor habe die Schellerter Kläranlage bei einer stichprobenartigen Überprüfung der unteren Wasserbehörde des Landkreises die Note 1 erhalten. Landrat Reiner Wegner lobte in seinem kurzen Grußwort die naturnahe Behandlung des Klärschlammes als beispielhaft.

Der Chef des Ingenieurbüros, Dr. Holger Pabsch, bemerkte, dass diese neue Anlage die mechanische Entwässerung mit dem alten "Pressmaster" ersetze, die von der Gemeinde Schellerten bereits im Jahre 1996 beschafft worden sei. Seinerzeit sei die Betriebsdauer dieser Entwässerungsanlage (Zentrifuge) auf zehn Jahre kalkuliert worden. Dieses Verfahren musste jedoch aufgegeben werden, weil auf Grund des Verschleißes und fehlender Ersatzteile die Betriebskosten zuletzt erheblich gestiegen waren. Bei dem neuen Verfahren der Klärschlammvererdung, so Pabsch, werde außer Sonne keine Energie mehr eingesetzt, ferner werden keinerlei chemische Hilfsstoffe verwendet. Am Ende stehe hochwertiger Humus (Kompost). Leider brauche man für die sieben Polder in einer Größe von jeweils 1 000 Quadratmeter etwas mehr Platz. Dafür stehe eine Ackerfläche südlich der Kläranlage zur Verfügung. Der flüssige Klärschlamm, so Pabsch, werde zukünftig über mehrere Jahre in diese Polder geleitet, getrocknet, mit Gras eingesät, vererdet und wieder neu beschickt. Die erste Abfuhr des trockenen Erdsubstrats aus der Anlage sei im Jahre 2017 vorgesehen.

Witte ergänzte, dass es in einigen Bundesländern erlaubt sei, die Kompostmasse im Landschafts- und Gartenbau zu verwenden. Das niedersächsische Recht lasse diese Möglichkeit zur Zeit leider noch nicht zu, sagte Witte. „Wir setzen darauf, dass das in den nächsten Jahren auch hier möglich wird“, hofft er.

(geänderter) Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors (Hans-Theo Wiechens/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

 

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