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Bürgerverein »Schützt die Hildesheimer Börde« ist 20 Jahre alt und feiert am Ilse-Wäldchen

Der Bürgerverein »Schützt die Hildesheimer Börde« ist 20 Jahre alt und feierte am Ilse-Wäldchen Foto (c) Gerhard Schütte
Der Bürgerverein »Schützt die Hildesheimer Börde« ist 20 Jahre alt und feierte am Ilse-Wäldchen Foto (c) Gerhard Schütte
(Schellerten/gs) Seit 20 Jahren leistet der 6.000 Mitglieder starke Bürgerverein „Schützt die Hildesheimer Börde“ sehr erfolgreich Widerstand gegen drohende Eingriffe in die Landschaft. Besonders deutlich wurde das beim Jubiläums-Bördefest in der Feldmark bei Ottbergen. Die Veranstaltung zog Menschen aus zahlreichen Dörfern an. 

Vornehmlich mit Fahrrädern kamen die meisten der Besucher auf Feldwegen über  Dinklar und Bettmar in Richtung Ilse-Wäldchen westlich von Ottbergen angereist. Auf einer Handkarre schob der Bassbläser Andreas Kaiser vom Musikverein Bettmar seine schwere Tuba durch die Feldmark zum Bördefest. Die meisten der Ottberger pilgerten aber zu Fuß - ein beeindruckendes Bild. Die Gäste kamen trockenen Fußes an, zum Beginn des Festgottesdienstes aber fing es an zu regnen. Doch an einen eventuellen Abbruch dachte niemand.

In den 1990er Jahren sorgte die Bördebevölkerung mit gewaltigen Demonstrationen für Schlagzeilen. Damals sollte auf Deutschlands bestem Ackerboden eine Müll-Großdeponie in der Größe von rund 120 Fußballplätzen gebaut werden, deren  Müllberge die meisten der Kirchtürme rundum in den Dörfern in der Höhe sogar noch überragt hätten. 

Doch die Rechnung der Planer ging nicht auf. Innerhalb von nur zwei Wochen ist dieser Bürgerverein „Schützt die Hildesheimer Börde“ zur größten Bürgerinitiative Deutschlands geworden, zeigte der Vorsitzende Burkhardt Suden auf, der seit der Gründung auch als deren Hauptredner fungiert. „Die hatten auch dank des starken Druckes von Seiten des Bürgervereins kaum noch eine Mehrheit für ihr Projekt“. 

Die herben Niederlagen der Bevölkerung vielerorts durch die starken Einschnitte und Zerstörungen der Natur führten damals als Quittung für die Versäumnisse, die sich in den Jahren zuvor geradezu aufgetürmt hatten. Dieser Bürgerverein reagierte prompt. Deshalb gab Suden gestern einen respektablen und interessanten Rückblick über zwei Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit zum Erhalt dieses Lebensraumes östlich der Kreisstadt Hildesheim. „Wir sind ein Beispiel dafür, wie eine Schutzgemeinschaft durch Sachlichkeit und Geschlossenheit zum Erfolg kommt“. 

Der ökumenische Festgottesdienst mit dem Hildesheimer Weihbischof Hans-Georg Koitz und dem Landessuperintendenten Eckhart Gorka eröffnete diese beeindruckende Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Bürgervereins. Diese fand genau an der Stelle statt, wo der „Börde-Gedenkstein“ am Ilse-Wäldchen als Mahnung und Gedenken für die nachfolgenden Generationen errichtet ist. Der Musikverein Ottbergen, Leitung Johannes Fleige, spielte bei der eindrucksvollen Gedenkfeier sakrale Stücke im Wechsel mit dem Chor der Sängervereinigung Dinklar unter dem Dirigenten Roman Schliep. Das Orchester aus Bettmar (Leitung Thomas Schaare) sorgte später für Unterhaltungsmusik.  

Auch die kurzen Ansprachen der kirchlichen Würdenträger Hans-Georg Koitz und Eckhardt Gorka standen ganz im Zeichen dieses Landstriches: „Wir wollen, dass unsere Börde geschützt wird - bewahrt Gottes Schöpfung“. Die Kollekte war für die karitative Einrichtung des „Guten Hirten“ in Hildesheim bestimmt, wo unter anderem auch Arme mit täglichem Essen unterstützt werden.    

Worte an alle Teilnehmer richteten Bernhard Brinkmann (MdB): „Wir haben als gewaltige Bewegung vor 20 Jahren ganz deutlich unsere Meinung gesagt“, Bürgermeister Axel Witte aus Schellerten und Söhldes stellvertretender Bürgermeister Günter Pache. Sie versicherten, dass alle wie eine starke Stütze geschlossen und parteiübergreifend hinter dieser Bürgervereinigung stehen.

Dass es vor 20 Jahren kein „Pappenstiel“ für die Ziele des Bürgervereins „Schützt die Hildesheimer Börde“ war, machte Burkhardt Suden eindrucksvoll und mit viel Temperament über die Anfangsphasen seines Vereins deutlich. Und dass dieser Einsatz sich für die Hildesheimer Börde gelohnt hat, darin waren sich alle Festbesucher einig. Es gab viel Beifall.  

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors Gerhard Schütte/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

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