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Krater bald dicht ? Neuer Plan für Oedelumer Ortsdurchfahrt

Im Januar 2011 hatte der NDR in einer Fernsehreportage über die Ortsdurchfahrt der Landesstraße L477 in Oedelum berichtet Foto: NDR
Im Januar 2011 hatte der NDR in einer Fernsehreportage über die Ortsdurchfahrt der Landesstraße L477 in Oedelum berichtet Foto: NDR
(Schellerten/tw) Im Januar hatte der NDR in einer Fernsehreportage über die Ortsdurchfahrt der Landesstraße 477 in Oedelum berichtet. 

Die seit 1999 geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt in Oedelum entwickelt sich zu einer Posse. (Video (c) www.ndr.de)
Die seit 1999 geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt in Oedelum entwickelt sich zu einer Posse. (Video (c) www.ndr.de)

Die Kraterlandschaft in der Oedelumer Ortsdurchfahrt soll kurzfristig wieder zu einer glatten Straße werden – dafür stellt die Landesregierung etwa 150000 Euro zur Verfügung. Das hat die Landtagsabgeordnete Ursula Ernst gestern mitgeteilt. Sie berichtet, dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun zehn Millionen Euro zusätzlich für die Beseitigung der schlimmsten Schäden auf den niedersächsischen Landesstraßen ausgeben kann. Diese Schäden seien zum Teil durch den strengen Winter verursacht worden und sollten jetzt schnell behoben werden. Eine Grundsanierung der Landesstraße 477 in Oedelum sei zurzeit leider wegen der schlechten Finanzlage des Landes nicht möglich, räumt Ernst ein. Eine solche Komplett-Sanierung samt neuem Untergrund hätte nach bisherigen Schätzungen 870000 Euro gekostet.

Nun ist zunächst das Aufbringen einer sogenannten Dünnschichtdecke im Kaltverfahren geplant. Die Schlaglöcher werden vorher ausgefräst und mit einem Mischgut verfüllt. Dann wird die ganze Straße mit einer Asphaltschicht überzogen, die etwa einen Zentimeter dick ist. Eine Sanierung nach diesem Verfahren hält im Durchschnitt acht bis zehn Jahre. Sie sei sinnvoll, meint die Landtagsabgeordnete. Die neue Decke komme den Oedelumer Einwohnern und den Autofahrern zugute.

Die Anlieger fühlten sich vor allem vom durchrumpelnden Lastverkehr gestört, der zum Beispiel zur Clauener Zuckerfabrik durch Oedelum rollt.

Die Ortsdurchfahrt soll schon seit 1994 saniert werden, seit 1999 ist die Planung im Grunde fertig – nur das Geld fehlte. Im vergangenen Jahr rückte die SPD-Fraktion des Landtages die Trasse durch ihren Wettbewerb um die schlechteste Landesstraße zurück ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Eine Delegation suchte aus landesweit mehr als 40 Vorschlägen die miesesten Fahrbahnen in Trägerschaft des Landes aus. Oedelum kam zusammen mit zwei Kandidaten auf Platz zwei. Dafür konnte sich Ortsbürgermeisterin Ute Günther allerdings noch nichts kaufen – sie nahm nur einen symbolischen Scheck über die nötigen 870000 Euro in Empfang, offiziell „Besserungsschein“ genannt. In Anträgen forderte die SPD mit ihrem hiesigen Abgeordneten Markus Brinkmann, mehr Geld für die Straßensanierung im Landes-Etat anzusetzen.

Die jüngste Nachricht in Sachen Oedelumer Ortsdurchfahrt war Ende Februar allerdings ernüchternd. IhrAusbau gehöre im Geschäftsbereich Hannover zwar zu den zehn dringlichsten Vorhaben, rangiere unter diesen aber an hinterer Stelle, erklärte die Landesbehörde. Es gebe noch keine zeitliche Perspektive für den Ausbau.

Gemeindebürgermeister Axel Witte wagte in einer Sitzung des Gemeinderates eine Hochrechnung: Seit 2008 sei von den zehn Projekten nur eines verwirklicht worden – die Oedelumer könnten also unterUmständen noch 30 Jahre warten. Nun steht eine Sanierung doch kurz bevor – aber eben nur eine oberflächliche, die nicht viele Jahre halten wird.

Foto: "Das fieseste Schlagloch" (c) www.ndr.de

Text: Übernahme mit freundlicher Genehmigung der Autoren Thomas Wedig / Hildesheimer Allgemeine Zeitung

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