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Barocke Klangvielfalt - Christopher Kleeberg begeistert auf der historischen Müller-Orgel in der Schellerter Kirche

»Was ist den ein Prinzipal? Wofür wird die Sesquialtera eingesetzt? Wie viele Register und Pfeifen hat die Orgel?« Viele Fragen musste  der Adlumer Organist Christopher Kleeberg den interessierten Besuchern des Orgelkonzertes, mit dem die Kirchengemeinde Schellerten im Rahmen der Entdeckernacht der Region Börde  zum Gesamtprogramm beitrug, beantworten.  Foto: Kleeberg
»Was ist den ein Prinzipal? Wofür wird die Sesquialtera eingesetzt? Wie viele Register und Pfeifen hat die Orgel?« Viele Fragen musste der Adlumer Organist Christopher Kleeberg den interessierten Besuchern des Orgelkonzertes, mit dem die Kirchengemeinde Schellerten im Rahmen der Entdeckernacht der Region Börde zum Gesamtprogramm beitrug, beantworten. Foto: Kleeberg
(Schellerten/hk) „Was ist den ein Prinzipal? Wofür wird die Sesquialtera eingesetzt? Wie viele Register und Pfeifen hat die Orgel?“ Viele Fragen musste  der Adlumer Organist Christopher Kleeberg den interessierten Besuchern des Orgelkonzertes, mit dem die Kirchengemeinde Schellerten im Rahmen der Entdeckernacht der Region Börde  zum Gesamtprogramm beitrug, beantworten. 

Dass  die barocke Müller-Orgel in der evangelischen Kirche in Schellerten ein kostbares instrumentales Kleinod ist, wissen Fachleute, die sich mit Orgelbau und Orgelmusik befassen. Jetzt konnten die Besucher viel Interessantes über den Bau und die Erweiterungen dieser Orgel seit 1769, aber auch über die exzellenten Klangmöglichkeiten dieses zweimanualigen Instrumentes erfahren.

„Das Besondere an dieser Orgel in Schellerten liegt darin, dass mit der Restaurierung 1989 zumindest eine Annäherung an den originalen Zustand geschaffen worden ist." erläuterte Kleeberg.  „Und deshalb ist das Instrument für Barockmusik wie die von Johann Sebastian Bach bestens geeignet“, Andere Orgeln der Hildesheimer Orgelbauerfamilie Müller stehen in Liebenburg, Wrisbergholzen, Mehrum, Borsum und im Kloster Marienrode, jedoch oft nur in einem stark veränderten Zustand.

Nach der Begrüßung durch Pastor Detlef Albrecht setzte Kleeberg, der Schüler von Professor Gerhard Weinberger war, mit der Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach einen ersten musikalischen Glanzpunkt. Darauf folgte das große e-Moll-Präludium von Nicolaus Bruhns, das wohl originellste und eigenwilligste Werk des norddeutschen Barockkomponisten. Dieses Werk wurde im Sinne der Orpheus-Sage interpretiert. Kleeberg stellte die einzelnen Handlungsabschnitte vor und erläuterte dabei, welche Register der Orgel er einsetzte. Deutlich waren die Panik von Orpheus zu spüren, ls seine Geliebte Eurydike von einer giftigen Schlange gebissen und getötet wurde. Aber auch der klagende Gesang von Orpheus, mit dem Geigenprinzipal wiedergegeben, oder sein Harfenspiel  mit der lieblichen Flöte 4' vorgetragen, waren klanglich hörbar imitiert. Nach der Vorstellung der einzelnen Klangabschnitte hörten die Besucher das Gesamtwerk und konnten die griechische Sage anhand der im Programm abgedruckten Abschnitte verfolgen.

Zum Schluss erklang mit dem etwa 18-minütigen "Präludium et Fuga in Es-Dur" von Bach der musikalische Höhepunkt des Abends. Viele der  begeisterten Zuhörer, die sich mit langanhaltenden Applaus bedankten, gingen zum Schluss auf die Orgelempore, um sich von Kleeberg die Orgel mit ihren Manualen und Registern noch einmal ge-nauer zeigen zu lassen. Sie konnten auch einen Blick in das Innere der mehr als 1000 Pfeifen umfassenden Orgel werfen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors (Hubert Kleeberg/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

 

 

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