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11_Wendhausen_Geschichte

Das Wappen von Wendhausen zeigt auf rotem Grund eine goldene Sanduhr, denn als Philippine Willich 1786 in der Wendhäuser St. Thomas Kirche den später bedeutenden Agrarreformer Dr. Albrecht Thaer heiratete, schenkte ihr Onkel, Gutspächter Deichmann, der Kirche eine Viertelstunden-Kanzeluhr, die noch heute erhalten ist und als Vorbild diente.
Das Wappen von Wendhausen zeigt auf rotem Grund eine goldene Sanduhr, denn als Philippine Willich 1786 in der Wendhäuser St. Thomas Kirche den später bedeutenden Agrarreformer Dr. Albrecht Thaer heiratete, schenkte ihr Onkel, Gutspächter Deichmann, der Kirche eine Viertelstunden-Kanzeluhr, die noch heute erhalten ist und als Vorbild diente.

Wendhausen liegt am Rande der Norddeutschen Tiefebene in landschaftlich reizvoller Lage. Auf der einen Seite befinden sich große Waldgebiete und auf der anderen erstreckt sich eine weite Landschaft mit freiem Blick in die Ferne. Beide laden zu schönen Wandertouren ein. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Rücken eines Pferdes – alles ist möglich.

Der Ort mit dörflichem Charakter liegt verkehrsgünstig nur 8 km von Hildesheim entfernt an der Bundesstraße 6. Er hat mit der Autobahn­auffahrt „Hildesheimer Börde“ (1km) direkten Anschluss an die A7 und auch Braunschweig ist über die A39 schnell zu erreichen.

Das gute und vielfältige Vereinsleben im Dorf bietet Abwechslung, Geselligkeit und hat für (fast) jedes Interessengebiet etwas parat, ohne dass dafür lange Wege zurückgelegt werden müssen. Darüber hinaus stellt eine schnelle Internetverbindung in kürzester Zeit den Kontakt mit jedem anderen Ort auf der Welt her.

Wendhausen, obwohl wesentlich älter, tritt urkundlich erst 1206 in Erscheinung, als dem Hildesheimer Domstift der Rückerwerb von drei Höfen in Rode (Novale) und einen Hof im benachbarten „Winethusen“ gelang. Der hier noch in einer frühen Form aufgeschriebene Ortsname leitet sich von „Siedlung am Wiesen-, Weidegebiet“ ab.

Zuvor im Besitz verschiedenster Grundherren, konnten im Laufe des 13. Jahrhunderts jedoch die Zisterziensermöche des Kloster Marienrode einen Großteil des Landes in Wendhausen an sich bringen. Hinzu kamen die Flächen der mehrfach durch Kriege zerstörten und nun wüst gewordenen Siedlung Rode unterhalb des Ilsenberges nach Uppen hin. Für die Jahre 1310 und 1314 ist ein klösterlicher Wirtschaftshof, eine Grangie, vermeldet, die den umfangreichen Besitz verwaltete.

Schon 1297 hatten die Mönche eine Kapelle – die heutige Dorfkirche – bauen lassen und nahmen auch die Seelsorge für sich in Anspruch. Der bisher für Wendhausen zuständigen Pfarrer aus Dinklar wurde dafür entschädigt.

Später wurden die klösterlichen Ländereien wieder an Bauern vergeben. Das Dorf bestand 1491 aus vier Ackerhöfen und neun Kleinstellen. Unweit der Wegequerung über den Ilsenbach nach Ottbergen gab es nun eine kleine Niederungsburg mit Wohnturm, Wassergraben und Zugbrücke. Sie mag aus dem alten Klosterhof hervorgegangen sein. Mit dem dazugehörigen „Vorwerk“ bildete sie den Sattelhof „Saukopfsweide“ - ein abgabenfreier Besitz der Hildesheimer Patrizierfamilie Sprenger. 

Als im Laufe des 16. Jahrhunderts sowohl das Kloster Marienrode als auch der ehemalige Bürgermeister Harmen Sprenger in finanzielle Not gerieten, fand sich 1559 als Pfandkäufer für Wendhausen der Hildesheimer Philip von Bortfeld. Innerhalb von nur sechs Jahren ließ er in quadratischer Grundform, unter Einbeziehung des Sattelhofes, eine ganz neue Gutsanlage errichten, wie sie heute noch in ihren Fundamenten besteht.

Zur Beschaffung der notwendigen Ackerflächen wurden alle großen Bauernhöfe eingezogen, sodass letztlich für die nächsten 350 Jahre nur noch Kleinstellen, die man wegen der benötigten Arbeitskräfte (Handdienste) um einige vermehrt hatte, übrig blieben.

Nach den Bortfelds übernahm A. v. Wobersnow das Dorf Wendhausen. Die Familie überstand den 30-jährigen Krieg finanziell - trotz kreativer Geldbeschaffungsmaßnahmen („Wipper und Kipper“) - nicht unbeschadet. Es folgte die wohlhabende Witwe Wiesenhaver, deren unklares Testament 1679 aber zu einem Jahrzehnte andauernden Streit  unter den Erben führte. Der letzte ihrer Nachfahren, Landrentmeister Strube, starb 1781.

Nicht zuletzt auch Aufgrund schwieriger landwirtschaftlicher Verhältnisse wechselten auch weiterhin die Gutsherrn in rascher Folge. Bis auf wenige Ausnahmen gelang es hingegen den Kothsassen, ihre Höfe in den Familien weiterzugeben.

Erst nach Beginn des 19. Jahrhunderts, mit Änderung der politischen Verhältnisse, gingen etliche Hofstellen unter, nachdem sie im heutigen Sinne Eigentum wurden und verkauft werden durften. Das Rittergut kam 1884 schließlich an Gustav Vibrans. Seine Nachkommen bewirtschaften bis heute im Ort zwei landwirtschaftliche Betriebe.

Zu seiner aktuellen Größe hat sich das Dorf vor allem nach dem 2. Weltkrieg entwickelt, wie die neueren Baugebiete zeigen.

Das Ortswappen, eine Sanduhr, ist eine Idee der Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie wurde inspiriert durch eine Viertelstunden-Kanzeluhr, die der Gutspächter Deichmann der Gemeinde geschenkt hatte, als seine Nichte Philippine Willich 1786 in der Wendhäuser St. Thomas Kirche den bedeutenden Agrarreformer Dr. Albrecht Thaer heiratete.

 

 

Veranstaltungen in Wendhausen:




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