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04.03.2011 
Olympiareife Rechner
B120 Minuten volle Konzentration: Die Landesrunde der Mathematik-Olympiade ist für die Grundschüler eine Herausforderung. (Foto:Wedig)
(Schellerten/tw) 120 Minuten volle Konzentration: Die Landesrunde der Mathematik-Olympiade ist für die Grundschüler eine Herausforderung. Foto:Wedig

Mathe muss keine Marter sein. Mathematik kann zum Knobel-Abenteuer werden, sie kann Erfolgserlebnisse bescheren, von bestechender Klarheit sein – und gleichzeitig spannend und spielerisch daherkommen. All diese verborgenen Aspekte soll die Mathematik-Olympiade aus dem Fach herauskitzeln, das für manche Schüler besonders in den oberen Klassen als Schul-Schrecken Nummer eins gilt.

Das muss nicht sein, davon ist Rudolf Maxen überzeugt. Der Rektor der Bördeschule Schellerten/Dinklar zeigte sich gestern stolz über eine besonders große Zahl olympiareifer Rechner: 17 seiner Grundschüler hatten sich in den dritten und vierten Klassen für die Landesrunde der Mathematik-Olympiade qualifiziert. Das heißt: Sie hatten in zwei Qualifikationsrunden Aufgaben-Hürden genommen, die auch der Durchschnitts-Erwachsene nur meistert, wenn er seine grauen Zellen anstrengt.

In der ersten Runde waren vor einigen Monaten alle Dritt- und Viertklässler an den beiden Standorten der Schule gestartet, knapp 120 Mädchen und Jungen. In der zweiten Runde rechneten noch knapp 40 Schüler mit. Dass es von ihnen gleich 17 in die Landes-Endrunde schafften, findet nicht nur Maxen sensationell – auch Markus Dippel, der Lehrer an der Hildesheimer Michelsenschule ist und die Schellerter Schüler gestern im Rahmen einer kleinen Schul-Kooperation bei der Mathe-Olympiade begleitete. Dass die Lust an den Zahlen manchem Pennäler in seiner weiteren Schullaufbahn abhanden kommt, hat Dippel als Mathelehrer an der weiterführenden Schule festgestellt – umso wichtiger findet er es, die Freude am Mathematik-Wettbewerb schon in der Grundschule zu fördern.

Mit diesem Ziel rannte der Ottberger bei Rektor Maxen offene Türen ein. „Es gibt in Schulen Wettbewerbe im Sport, in Musik, im Lesen“, sagt er, „warum sollen wir damit nicht auch Mathe-Talenten die Gelegenheit geben, ihre besondere Begabung zu beweisen?“ Schließlich gelte es im Schulalltag nicht nur, schwache Schüler zu fördern, sondern auch, starke zu fordern. Dazu sei die Mathe-Olympiade  nach seiner Einschätzung eine gute Gelegenheit. Die erfolgreichen Absolventen der zweiten Runde wurden bereits ausgiebig vor versammelter Schülerschaft gefeiert. Alle klatschten, die klugen Rechner standen mal so richtig im Mittelpunkt – wie sonst der erfolgreiche Torschütze oder flinke Läufer.

Gestern stand nun für die niedersächsischen Grundschüler das große Mathe-Finale auf dem Programm, während der Zahlenmarathon für die erfolgreichsten Mathegenies ab der achten Klasse noch im Mai auf Bundesebene in Trier weitergeht. Gestern waren Maxen und Dippel bemüht, ihren Schützlingen den Druck zu nehmen. Schließlich mussten die Dritt- und Viertklässler sich zwei Zeitstunden lang konzentrieren – das sprengte den Rahmen einer üblichen Mathearbeit. Und die Aufgaben hatten es in sich. „Das ist für Grundschüler ganz, ganz hohes Niveau“, sagt Dippel. Und Schulleiter Maxen ergänzt: „Wir haben den Schülern klargemacht, dass schon das Erreichen der dritten Runde eine tolle Leistung ist.“ Sie wird auch im Zeugnis vermerkt.

Michelsen-Lehrer Dippel hofft indessen, dass die Schellerter und Dinklarer Grundschüler ihre Begeisterung für die Mathematik bewahren und auf die jeweilige weiterführende Schule mitnehmen. „Wer den Wettbewerb schon aus der Grundschule kennt, ist dafür später viel offener“, hat er festgestellt. Die Zusammenarbeit der beiden Schulen bei der Mathematik-Olympiade soll indessen auch Effekte haben, die über die Welt der Zahlen hinausgehen. Sie soll laut Dippel den Übergang im Schulsystem erleichtern. Gestern Nachmittag saß er bereits an der Korrektur der olympischen Rechenblätter. Und bald wird es in der Bördeschule wieder eine würdige Siegerehrung geben.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors (Thomas Wedig/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

 

 
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