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03.05.2011 
Optimismus im Ostkreis - Erster Schulverbund des Kreises in Ottbergen und Söhlde
Ulrike Stengert-Schaumburg und Uwe Meinhardt unterschreiben den Kooperationsvertrag zwischen der Richard-von-Weizsäcker-Schule Ottbergen und der Haupt- und Realschule Söhlde, hinter ihnen Axel Witte (links) und Reiner Bender (rechts) sowie vom Landkreis Karl-Heinz Brinkmann und Helfried Basse. Foto: Wedig
(Schellerten/Söhlde/tw) Ulrike Stengert-Schaumburg und Uwe Meinhardt unterschreiben den Kooperationsvertrag zwischen der Richard-von-Weizsäcker-Schule Ottbergen und der Haupt- und Realschule Söhlde, hinter ihnen Axel Witte (links) und Reiner Bender (rechts) sowie vom Landkreis Hildesheim Karl-Heinz Brinkmann und Helfried Basse. Foto:Wedig

Die Richardvon-Weizsäcker-Schule in Ottbergen und die Haupt- und Realschule Söhlde bilden nun offiziell einen Schulverbund: Gestern unterzeichneten Ulrike Stengert-Schaumburg, Rektorin in Ottbergen, und ihr Söhlder Kollege Uwe Meinhardt einen entsprechenden Vertrag. Beide  Einrichtungen werden jeweils eine eigenständige Oberschule. Die stärkere Zusammenarbeit soll einen weiteren Beitrag dazu leisten, die Schulstandorte langfristig zu sichern – eventuell in einigen Jahren auch mit einem gymnasialen Angebot.

Gestern zeigten sich in Ottbergen nicht nur die beiden Schulleiter, sondern auch die Bürgermeister Axel Witte (Gemeinde Schellerten) und Reiner Bender (Gemeinde Söhlde) ausgesprochen zufrieden mit den neuen Perspektiven für die Schullandschaft im Ostkreis. Vor einem Jahr hatte noch alles ganz anders ausgesehen. Angesichts schrumpfender Schülerzahlen standen plötzlich Standorte zur Disposition, Eltern waren verunsichert. Dann setzten sich alle Beteiligten in einer Zukunftswerkstatt für den Ostkreis an einen Tisch. Das neue niedersächsische Oberschul-Modell lieferte ein Fundament, auf dem beide Haupt- und Realschulen in Ottbergen und Söhlde weiterbestehen sollen. Die Oberschule soll künftig in dem Verbund mit gemeinsamen Ideen und Konzepten gefüllt werden – und zwar in verschiedenen Bereichen, die im Vertrag genannt werden: Unterrichtsentwicklung, Schulprogramme, Lehrerfortbildung, Elternarbeit, Schülervertretung, Austausch in der Verwaltung mit dem Ziel der Vereinfachung, Vernetzungen mit anderen Einrichtungen.

Rechtzeitig zur Anmeldephase soll der Verbund ein endgültiges und deutliches Signal sein, wie Uwe Meinhardt formuliert:  „Beide Standorte sind gesichert.“ Und wieder stärker gefragt, wie Ulrike Stengert-Schaumburg ergänzt: Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder nach ihren Erfahrungen aus den großen Schulgebilden Hildesheims zurück in die kleineren Einheiten auf dem Land.

„Hier ist alles viel überschaubarer“, sagt die Rektorin, „und mancher Schüler fühlt sich nicht so leicht überfordert.“

Beide Schulleiter haben festgestellt, dass Schüler heutzutage im Durchschnitt mehr Zeit und Aufmerksamkeit brauchen als früher. Die könnten die kleineren Schulen in derNähe des Wohnortes eher geben als Schulzentren in der Großstadt, ist ihre gemeinsame Überzeugung, die sie ab sofort gemeinsam umsetzen wollen.

Bürgermeister Witte sieht vor diesem Hintergrund trotz der demografischen Entwicklung mit Rückgang der Schülerzahlen auch eine Chance: „Die Schulen können sich intensiver um die Schüler kümmern, sie besser auf das Leben vorbereiten.“

Zur Vertragsunterzeichnung kamen gestern auch Kreis-Dezernent Helfried Basse und der Leiter des Fachdienstes Schulen, Karl-Heinz Brinkmann, nach Ottbergen. Schließlich ist der Schulverbund der erste dieser Art im Kreisgebiet.

Erfahrungen gibt es indessen schon mit einem ähnlichen Verbund über Kreisgrenzen hinweg: zwischen Duingen und Delligsen. Die Zusammenarbeit zwischen Ottbergen und Söhlde könnte Vorbild für andere Standorte im Landkreis Hildesheim werden. „Einige andere Schulleiter haben schon Interesse an unserem Konzept gezeigt“, berichtet Rektor Meinhardt.

Dezernent Basse erinnerte daran, dass der Kreis als Schulträger in den beiden Schulen in Ottbergen und Söhlde in den vergangenen Jahren viel Geld investiert habe. Sie seien in einem guten Zustand. Der Landkreis werde sie weiter unterstützen. Nun liege es vor allem an den Verantwortlichen der Schulen, den neuen Rahmen einer Oberschule mit Leben zu erfüllen.

Die genaue Gestaltung des Oberschullebens werde die Arbeit im neuen Schulverbund im ersten Jahr bestimmen, erwartet Ulrike Stengert-Schaumburg. Noch muss die Landesregierung manche Einzelheit regeln. Die Schulen müssen auf viele Fragen alltagstaugliche Antworten finden. Das fange schon bei der Benotung an, berichtet Meinhardt: Wenn Haupt- und Realschüler gemeinsam in Kursen unterrichtet werden, müssen sie nach unterschiedlichen Kriterien benotet werden oder bei Klassenarbeiten gleich verschiedene Aufgaben erhalten. Zu diesem Thema wollen sich die Schulleitungen Anregungen zum Beispiel von der diesbezüglich erfahrenen Gesamtschule in Tarmstedt bei Bremen holen.

Der Schulverbund ist freiwillig, heißt es im Vertragstext – und er soll beiden Schulen auch künftig Möglichkeiten individueller Entwicklung offen lassen. Beide Schulen behalten auch jeweils ihre eigenständigen Gremien. Dazu kommen künftig neue Instanzen, in denen die Zusammenarbeit geregelt wird. Die Schulleitungen treffen sich laut Vertrag mindestens viermal jährlich zu einer Sitzung.

Die Kooperation werde funktionieren, da zeigen sich die Beteiligten optimistisch. Nun sei erst mal eines wichtig, betont Uwe Meinhardt: Mit Verunsicherung müsse Schluss sein. Denn die Zukunft beider Schulen sei wieder sicher.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors (Thomas Wedig/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

 

 
Der vorstehende Text ist Bestandteil des Nachrichtenarchivs des Landkreises Hildesheim und der umliegenden Gemeinden.

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